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# Selig - Und endlich unendlich
- URL: https://axiomatic-axolotl.pikapod.net/selig-und-endlich-unendlich/
- Published: 2009-03-27T20:45:59.000Z
- Updated: 2009-03-27T20:45:59.000Z
- Author: Tobe
- Tags: Musik, Tonträger, #Migrated-1786679302190, #wp, #wp-post, #Import 2026-08-14 03:48

Damals hatte man natürlich nicht verstanden, dass dieser eindringliche Sound einfach nur eine gelungene Mischung aus deutschrockenden Bands wie *Ton, Steine, Scherben* und *Spliff* mit einer Prise US-Grunge war. Es war auch egal, "Sie hat geschrien", "Wenn ich wollte", "Ist es wichtig?" oder auch "Regenbogenleicht" und "Ich geh noch mal spazieren" gehören zum Soundtrack meines Lebens, verdammt noch mal!

Jetzt setzen Selig direkt dort an, am Ende ihres ersten Albums, als wären das schräge und hart rockende "Hier" und das zu Unrecht gescholtene, elektronisch experimentelle "Blender" nie passiert. Zu Anfang gelingt das überaschend gut, "Auf dem Weg zur Ruhe" ist ein schön unentschlossener Einstieg, in dem *Jan Plewka* einmal mehr seinem Idol *Rio Reiser* nacheifert, "Wir werden uns wiedersehen" ist der eingängigste Song des Albums und eine geeignetere Comeback-Single als "Schau, schau" hätte man sich für *Selig* kaum vorstellen können.

Danach jedoch bestrafen sich die fünf Norddeutschen für die konsequente aber auch mutlose Zeitresistenz selbst und lassen die Songs ein ums andere Mal in die Beliebigkeit abdriften. "Ich fall in Deine Arme" oder "Der schönste aller Wege" sind textlich und musikalisch doch sehr belanglos. "Ich bin so gefährdet" ist der klägliche Versuche an das laszive Meisterwerk "Ohne Dich" anzuknüpfen. Gelungen dagegen ist z.B. die Anti-Retro-Hymne "Die alte Zeit zurück", in der dann endlich auch mal über 12 Jahre dauernde Selig-Pause reflektiert wird.

> Hast Du nicht damals am lautesten geschrien: "Lass uns raus hier, und die Welt sehen!" Und all die Bands, die Du gegründet hast... was wurde aus denen?

Das ebenfalls sehr gelungene sphärische, selbstzitierende "Lang lebe die Nacht" kommt der Idee von *Selig* im 21\. Jahrhundert ziemlich nah. Es ist einer dieser Momente, wenn *Jan Plewkas* Stimme im Refrain fast schmilzt und die Musik sich angenehm zurück hält, einer dieser *Selig*\-Momente, die Bilder in unserem Kopf erzeugt haben, bis wir ihnen eigene Bilder hinzufügen konnten. Ein neues Album von *TempEau.* wäre mir dennoch lieber gewesen.  
(*7 Punkte*)

Diskografie von **Selig**:  
1994 - Selig  
1995 - Hier  
1997 - Blender  
1999 - Für immer und selig (Best of)  
2009 - Und endlich unendlich

Weitere Veröffentlichungen von **Jan Plewka**:  
2002 - Jan Plewka - Zuhause, da war ich schon  
2004 - Zinoba  
2005 - TempEau.  
2006 - TempEau. - Kein Weg zurück